Ich bin ja immer sehr dafür, Quatsch zu machen.

Das Leben ist ja so ernst und anstrengend mitunter. Da braucht es/ich das zum Ausgleich.

Manches könnt ihr hier im Blog lesen – wie die Geschichte mit der gestalteten Mitte oder dem Laberglas.

Am Sonntagvormittag  war ich ein bisschen im gefühlten Jetlag/ neben der Kappe.

Unter der Woche Nachtdienst und dann am Wochenende gleich wieder Frühdienst – da schlägt das Hirn schon mal Kapriolen. (Und bevor ein besorgter Mensch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen möchte wegen der unmenschlichen Arbeitsbedingungen des schnellen Schichtwechsels: Ihr habt alle recht. Diesmal war ich selbst daran Schuld. Ich hatte getauscht. Was an der „neben der Kappe“  nichts ändert. Man kann im Leben halt dies und das nicht ohne das andere haben. Oder so ähnlich)

Der Kollege erzählte von seinen Nachbarn aus dem Haus gegenüber, die so gerne bei geöffneten Fenstern „Leibesübungen“ praktizierten.

Wir witzelten darüber, wie man Haltungsnoten vergeben könnte. Schildchen hoch – wie bei Eiskunstlauf könnte man doch später… also so ganz unverfänglich:

Haltung, Geräusche, Kreativität und dergleichen mehr.

 

Und weil wir gerade so schön dabei waren, fingen wir gleich mal an:

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Dieses „wir fingen gleich mal an“ muss man sich jetzt allersdings als über Stunden hinziehendes „Basteln“ vorstellen. Auch die karge Ausschmückung ist diesem geschuldet. Schließlich kommt ja immer was dazwischen. Patienten. Ärzte. Kollegen. Hier noch ein EKG. Dort noch ein wichtiger Verband. „Natürlich bringe ich ihnen einen Rollstuhl!“ „Und bring noch Blut- und Urinkulturen mit…!“

Wir sind ja nicht (nur) zum Spaß auf der Schicht.

Mehrere Stunden später also hatten wir unsere Schilder zusammen. Und weil der Arzt nicht so recht aus den Puschen kam und uns die Röntgenassistentin anraunzte ( „Voll mies“), verschmolz die Zielgruppe ein wenig.

Dieses ist also daraus geworden: Kommunikation ist out. Schildchen voll in.

„Weiter so“- hielten wir dem Arzt hin, als er einen Patienten nach langer Zeit endlich  „Aufnahmebereit“ meldete.

Wir schoben sogar noch ein „Traumhaft“ hinterher.

Der Kollege schaffte es nicht, einen Zugang zu legen. „Grottig“ ließen wir ihn wissen.

Der Rettungsdienst verlor sich in der Krankengeschichte bis ins 7. Glied. „Schneller“. Er schaute beleidigt. Dabei wusste er doch, wie der Onkel auch an einer ähnlichen Geschichte wie der Patient jetzt litt. Damals. In den 1990- Jahren. „Aha!“

Eine Kollegin kam zum Dienst. „Was ist das denn für ein Quatsch!“, sagte sie mit Kopfschütteln. Wir Kinder aber auch immer!

Nichts anderes war es schließlich. Aber den Sinn und unser Vergnügen darüber konnte sie nicht erkennen. Sie lächelte, wie man übrr ein kleines Kind lächelt, wenn es ein hübsches Bäuerchen macht. Wohlwollend. Hold. Nichts ahnend, wie wichtig so ein (geistiges)“ Bäuerchen sein kann.

Die Welt allerdings war wieder in Ordnung und unser Humorlevel auf höchstem Niveau, als eine andere Kollegin kam, die Schilder mit einem „cool“ kommentierte und sich das „Schneller“-Schild schnappte.

„Das wird dem Doktor heute Nachmittag Beine machte“, grinste sie. Sie schob es sich zuoberst in ihre Kitteltasche, sodass es über allen Kugelschreibern herausschaute. Gut sichtbar.

Genau unser Humor. Bingo.

Plasterküsschen für euch und unsere gemeinsamen geistigen Bäuerchen.

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