Gerade habe ich mit einer Bekannten telefoniert. Ihr Herz war schwer: Sie war Opfer einer Arschlochkritik geworden.

Entschuldigt die Ausdrucksform. Aber man kann manche Kritik, die einem „ach so gut gemeint“ übermittelt wird, nicht anders benennen.

Kleine Definition: Arschlochkritik, die:

Kommt häufig da vor, wo man dich gerne mal niedergemacht werden will.

Dann fange die Sätze gerne mal an mit: Ich meins es nur gut mir dir…..

….aber vielleicht bist du damit überfordert.

… aber immer….!

…. aber das ist so typisch für dich.

… aber was hast du dir nur dabei gedacht? Hast du überhaupt gedacht?

… aber du hast es halt nicht drauf.

…. aber so wie du dir das denkst, kann es ja nur in die Hose gehen.

… aber ständig….!

… aber nie…!

Arschlochkritik ist super gelungen, wenn sie

  • persönlich
  • verletzend
  • unbegründet
  • allgemein
  • übertrieben

Oftmals geht es gar nicht um ein Sachthema. Das wissen wir tief in unserem Innersten.

Aber wir haben ja alle gelernt, dass Kritik wahnsinnig wichtig ist. Wie sonst könnten wir lernen, alles richtig zu machen, wenn nicht hin und wieder einer käme, der/die sagt: Mach mal lieber so. Ist besser/ schöner/ höher. Bei „richtiger“ Kritik geht es  darum, auf einen Fehler aufmerksam zu machen. Zu schauen oder zu überlegen, wie er behoben und natürlich zukünftig vermieden werden kann. Super Sache das. Vor allem, wenn es wertschätzend ist und darauf abzielt, den anderen zu verbessern. Gerne mit Wertschätzung.

Bei Arschlochkritk allerdings  ist das anderes. Hier geht es darum, dem anderen eines reinzuwürgen. Ihn klein zu machen. Oder besser noch: fertig zu machen.Aber gut getarnt unter „Ist doch nur lieb gemeint“- Deckmäntelchen.

Weil…..

…die Augen sind genauso fies sind, wie die des Schäferhundes, der mich mal als Kind gebissen hat. Und außerdem singt der/die andere viel schöner als ich).

Aus Eifersucht: XY mag denjenigen viel lieber als mich, dabei kann ich viel höher springen.Der/ die andere hat einen viel besseren Draht zu diesem und jenem, dabei bin ich schöner, witziger, klüger.  Ich kann XY nicht leiden, daher würge ich DIR eins rein. Aber das würde ich nie zugeben! Daher gibt es ein Kritikgespräch der ganz besonderen Art.

Es sind oftmals Themen, die nichts mit einem selbst zu tun haben – aber jede Menge mit demjenigen, der sie ausspricht. Und trotzdem macht man sie zu seinem Thema. Sie bohren sich wie ein Stachel ins Herz. Sie nehmen einem die Freude und die Kraft.

Solche Worte sind Dynamit im Herzenkämmerlein. Sie sind untrennbar mit der Frage verbunden: Bin ich wirklich so scheiße? Was, wenn es stimmt? Wenn ich nichts tauge, weil ich einfach nicht drauf habe?

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Bildquelle: Pixabay

 

Freunde: Bevor ihr euch als mögliches Arschloch enttarnt: stellt zuerst fest, dass ihr nicht von den selbigen umzingelt seid.

 

Jeder von uns kennt solche Gespräche. Und wenn nicht: Glück gehabt – bisher.

Es hat nichts mit Kritik oder gar konstruktiver Kritik zu tun. Nichts. Es geht nur darum, euch ein schlechtes Gefühl einzuimpfen. Euch bist ins eure Grundfesten zu erschüttern.

Es ist nicht euer Problem – als lasst nicht zu, dass ihr es dazu macht.

Wenn es euch kalt erwischt und ihr noch in dem Glauben seid: „Aber das ist ja alles eigentlich doch bestimmt nett gemeint…“- schlaf drüber. Erzählt es Freunden. Und versucht die Arschlochkritik zu enttarnen. Was will mir der Absender in Wahrheit sagen? Warum hat wer -was- aus welcher Motivation  heraus erzählt.

 

Und dann?

Atmen ein und wieder aus. Vertraut euch. Redet euch nicht klein.

 

Unsere tiefste Angst ist nicht, ungenügend zu sein.

Unsere tiefste Angst ist, daß wir über alle Maßen kraftvoll sind.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, was wir am meisten fürchten,

Wir fragen uns, wer bin ich denn, um von mir zu glauben, daß ich brillant, großartig, begabt und einzigartig bin?

Aber genau darum geht es, warum solltest Du es nicht sein?

Du bist ein Kind Gottes.

Dich klein zu machen nützt der Welt nicht.

Es zeugt nicht von Erleuchtung, sich zurückzunehmen, nur damit sich andere Menschen um dich herum nicht verunsichert fühlen.

Wir alle sind aufgefordert, wie die Kinder zu strahlen.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns liegt, auf die Welt zu bringen.

Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem.

Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen, geben wir anderen Menschen unbewußt die Erlaubnis, das Gleiche zu tun.

Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unser Dasein automatisch die anderen.

Von Marianne Williamson aus ihrem Buch „Rückkehr zur Liebe“.

 

Gegen das schleichende Gift einer Arschlochkritikvergiftung hilft:

Menschen, die euch guttun.

Menschen, die euch inspirieren und unterstützen.

Menschen, die euch fördern und fordern.

Menschen, die euch mögen und lieben.

Ein Haustier.

Ein Rudergerät.

 

Protipp: Je älter ihr werdet, desto schneller könnt ihr Arschlochkritik erkennen und enttarnen. Irgendwann genügt vielleicht ein lässiges Wedeln mit der Hand und der Bitte: „Geh mal ein bisschen aus dem Weg. Ich kann die Sonne nicht mehr sehen!“

 

 

 

 

 

 

 

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