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„Wann kommst du? Hier sind mittlerweile sieben Patienten, die auf dich warten! Einer wartet schon seit 107 Minuten – laut Triageliste.“

„Meine liebe Notaufnahmeschwester – wie stellst du dir das vor? Ich bin gerade auf Station und muss noch drei Zugänge legen, die Pflegeschülerin angraben, die Betten abschütteln, Blut abnehmen, Kurvenvisite machen, eine Telefonat mit dem Oberarzt abwarten, Röntgenbilder kontrollieren, mir das Näschen putzen und meine Schnürsenkel binden. Es ist nicht so, dass ich hier Däumchen drehe! Dann müssen die Patienten eben warten. So ist das eben in einer Notaufnahme. Außerdem habe ich Bereitschaftsdienst. Gegessen habe ich auch noch nichts. Ich weiß gar nicht, wann ich das mal machen kann. Vielleicht rufst du mal meinen Kollegen an. Soviel ich weiß, ist der mit seiner Visite/Näschen putzen, Blutabnehmen/ Pflegepersonal erschrecken/ Pipi machen schon fertig. Ich kann mich schließlich nicht zerreißen. Ich habe auch nur einen Kopf und zwei Hände. Hätte ich mehr, würde ich beim Zirkus arbeiten. (Hemmungsloses Gelächter). Ich komm dann schon noch.

 

„Hier ist die Notaufnahmeschwester. Euer Patient möchte gerne auf Station und in sein Bett. Wann kommt ihr ihn abholen?“

 

„Meine liebe Notaufnahmeschwester – wie stellst du dir das vor? Wir haben noch Übergabe. Und dann müssen wir waschen, pflegen, hegen und rennen, Essen austeilen, Thrombosestrümpfe an-und ausziehen, Blutdruck messen und Kurven ausarbeiten. Wir können nicht kommen. Das geht jetzt gar nicht. Wir sind total überlastet. Wir schaffen das jetzt unmöglich. Und ob der Rettungsdienst bei euch in Schlange steht, interessiert mich jetzt auch nicht, weil ich nicht kommen kann wegen Übergabe. Und dann müssen wir waschen, pflegen, hegen und rennen, Essen austeilen, Thrombosestrümpfe an-und ausziehen, Blutdruck messen und Kurven ausarbeiten. Ich weiß überhaupt nicht, wo mir der Kopf steht und jetzt rufst du noch an und willst auch noch was von mir. Ich habe auch nur einen Kopf und zwei Hände sowie zwei Beine. Hätte ich mehr, würde ich beim Zirkus arbeiten.

 

Sagen wir mal so: Ein einfaches: „Ich komme“ – hätte genügt.

Aber nein: Es wird gesprochen und gelabert, geredet und gestöhnt, vertröstet und beschimpft.

In der Zeit, die sich manche für diese ausführliche Darstellung/Erklärung/Notbeschreibung  nehmen, hätte sie fünfmal Übergabe machen können, Blut abnehmen, Thrombosestrümpfe an – und wieder ausziehen, den Flut streichen und Blutdruck messen, Kurvenvisite ausarbeiten und den Oberarzt nach Hause begleiten können und noch die Pflegekraft flachlegen.

Oder den Patienten behandeln und/oder die betagte Dame abholen können.

 

Mimimimi Anmerkung: Hier geht es nicht darum, dass ich nicht wüsste, dass es jenseits der Notaufnahme auch Arbeit gibt. Das weiß ich sehr wohl. Jeder hat was zu tun – und das nicht zu knapp. Aber das endlose Gelaber  „warum jetzt nicht und wieso und weshalb“ nervt ist so unnötig  wie ein Kropf.  

Manchmal komme ich mir vor wie totgequatsch von Hessi James. Niedergelabert wie Cowboy John G.G. Tucker, der gefürchtete Revolverheld.

Bildquelle: Pixabay

 

 

 

 

 

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