WordPress hat mich mit einer Jahresstatistik beglück. Wobei man dazu sagen mus: Nicht WordPress hat mich damit beglück, sondern ihr alle, die  ihr das hier lest und mir zwischendurch mitteit, dass ihr es gerne lest. Das ist umwefend. Ihr seid umwerfend. Ich danke euch von Herzen dafür.

Menschen aus  141 Ländern sind auf meinem Blog gelandet. Ist das zu fassen?  Ich sage nur: Schnappatmung.

Offensichtlich hat WordPress auch ein Händchen für Menschen, die schlecht umrechenen können – was ich sehr zu schätzen weiß.  Daher konnte ich folgendes lesen:

Erfreuliche Zahlen

Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris.  Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 7 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.

Da kichert das Notaufnahmenschwesternherz.  Sieben Jahre. Ich bin dabei.

Und ich danke immer noch still und heimlich meiner Freundin, dass sie nicht müde wurde zu sagen: schreib das auf!

Es ist eine Bereicherung für mein Leben, mich zwischendurch hinzusetzten und nachzudenken: Was war denn alles? Was hab ich erlebt und wen genau habe ich da eigentlich kennengelernt.

Ich hatte – alles in allem  – ein gutes Jahr. Mit Höhen und Tiefen, Freund und Leid – aber so muss das ja sein. Sonst wäre es kein „echtes“ Leben. Und sonst könnte man die Momente des Glücks vielleicht auch nicht zu schätzen wissen.

Das Hirn ist eine großartige Sache. Es behält die guten Momente auf Dauer mehr im Gedächtnis, als die schrecklichen.

Und das ist auch mein Plan für das kommende Jahr: Gute Momente zu sammeln.

Aber auch wenn in der Erinnung blöde Geschichten oft ausgeklammert werden, so sind sie ja dennoch passiert, haben einen aufgeregt und geärgert. Mehr, als einem oft lieb ist.

Ich nenne es das  „Schäfchen zählen“.

Nur mal ein kleines, wirklich völlig banales Beispiel: Wir ihr vielleicht gelesen habt, bin ich begeisterte Christbaumschmückerin.

Vielen habt der Baum gefallen. Manche sagten mit mit Augenzwinkern, dass die Augenplaque davon kriegen. Da hat mich erheitert.

Um manche Ecke herum hab ich – natürlich „hinternherum“-  gehört, dass es auch einige gab, die den Baum schlichtweg scheiße nicht so schön fanden.

Geschmäcker können auseinander gehen. Das ist okay. Aber für mich ist die Frage: wie gehe ich mit solcher „Hintenrumkritik“ um? Lass ich mir davon den Tag versauen, weil ich mich darüber ärger, weil es mir keiner direkt gesagt hat? Oder freu ich mich über die 99 Schäfchen, von denen manche sogar ein Foto davon gemacht haben?

Der 99 Schäfchen Vergleich kommt übrigens aus der Bibel, ist völlig aus dem Zusammenhang gerissen und von mir falsch interpretiert:

Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. (Lukas 15, 4-6)

Meine Interpretation der 99 Schäfchen geht so: Man regt sich wahnsinnig über das eine Schaf auf. Leider vergisst man dabei oft die vielen anderen, freundlichen und wunderbaren Schäfchen. Dabei sind sie die viel größere Masse. Aber nein. Man jagt in Gedanken dem einen, doofen Schaf nach und grübelt und grübelt. Man „vergeudet“ seine Zeit mit sinnlosen Nachdenken. Kannste ja meistens eh nichts dran ändern.

Es zieht sich durch alle Bereiche: Einem doofen Patient/Angehörigen/Arzt/ Kollegen schenken wir mehr Aufmerksamkeit und Nerven, als den restlichen netten und aufmerksamen Zeitgenossen. Wie blöd ist das eigentlich?

Daher mein Vorsatz für das kommende Jahr:

Freude über die 99, viel wichtigere Schäfchen. Mehr Aufmerksamkeit sowie Dankbarkeit und Achtung gegenüber den 99 Superschafen.

Raus aus der „Ein-Schaf-Gedankenspirale“. Das darf meintwegen alleine vor sich hin zetern und nögeln. Soll`s doch alleine spielen.

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Das hier ist übrigens ein „Stellvertreterfoto“ eines doofen Schafs. Es schaut ein bisschen herum und überlegt wahrscheinlich klammheimlich, wo es ein kleines bisschen Ärger machen kann.  Bildquelle Pixabay

Euch allen jedenfalls wünsche ich ein wunderbares, neues Jahr.  Mit den besten „Schafen“ der Welt um euch herum!

 

 

 

 

 

 

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