Ich bin Mutter von drei Söhnen. Ich bin mittlerweile Profi, was die Arbeitserleichterung in Heim und Familie betrifft.

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1. Unterschiedliche Socken? Na und!

Am Anfang meiner Karriere von „Sockenträgern“ war ich durchaus bemüht, die Paare beisammen zuhalten. Wie sieht das denn auch aus: Unterschiedliche Socken am Kind! Aber dann verschwanden immer mehr. (Man munkelt, es wäre die  Waschmaschine, aber ich fand sie auch unter dem Sofa und auf dem Katzenbaum hab ich schon welche- lang vermisste – wiedegefunden.

Na und? Das Leben ist zu kurz, um nach zwei gleichen Socken zu suchen. Bei sechs Kinder- und vier Erwachsenenfüßen tragen wir nun, wie es kommt. Hauptsache es passt.

2. Glaube nie Internetrezeptvorschlägen!

Ich koche gerne! Am liebsten Suppe. Aber das trifft nicht unbedingt den Geschmack der Kinder. Weil ich im Laufe der Jahre ein Abneigung gegen Pizza, Fischstäbchen und Nudeln mit Butter habe, kommen mir Rezepte aus dem Internet immer sehr gelegten. Vor allem diejenigen, die in Zeitraffer gedreht werden und wahnsinnig einfach in der Zubereitung aussehen. Wenn dann noch TASTY in wirr-bunten Farben aufblitzt, glaube ich das sofort und bin bereit. (Oder es liegt daran, dass ich solche Filmchen in schlaflosen Nächten in Dauerschleife schaue. Der Schichtdienst macht einen über die Jahre auch ein bisschen merkwürdig)

Wie auch immer: Es funktioniert nicht! Nie! Schade! Kocht mehr Suppe.

3. Schichtdienst als Entschuldigung funktioniert!

Du sitzt im Klassenzimmer bei der Elternbeiratswahl und alle schauen dich erwartungsfroh an, weil du so entspannt mit verschiedenen Socken und zufriedenem Suppenbauch auf deinem Kinderpopöchenstuhl sitzt?

Schau kurz auf und sage (gerne auch mit leicht leidenden Unterton in der Stimme) „Oh – wie gerne würde ich das machen. Aber ich arbeite im Schichtdienst!“

In der Regel haben alle sofort Verständnis dafür. (Das gilt natürlich nur für diejenigen unter euch, die auf keinen Fall noch ein Ehrenamt übernehmen wollen)

Auch bei unzählige Weihnachtsfeiern und ähnlichem seid ihr  aus dem Schneider. Ihr habt Schichtdienst. Punkt!

4. Schmiedet Netzwerke

Das Kind will unbedingt zum Fußballtraining, aber ihr seid in der Spätdienstfalle? Ruft jemanden an. Irgend jemand findet sich immer, der das Kind mitnehmen oder abholen kann, der eine Riesentasche mit schmutzigen Fußballertrickots in eure Wohnung schleift und Brezeln für die Mannschaft besorgt, während ihr nicht da seid.

Momentan hat meine Schwiegermutter den Fußballjob. Als Fußballfreundin mag sie das gerne, kommt mit dem Enkel in Kontakt und fachsimpeln mit ihm, dass es eine Freude ist. Jetzt ist jeder glücklich. Vor allem ich, die Fußball eher nicht wirklich spannend findet.

Das gilt auch für ewig lange Ferien oder sonstige Freizeitgestaltungen. Habt ihr ein starkes Netzwerk, könnt ihr euch immer gegenseitig unterstützen. Das ist nicht in Gold aufzuwiegen.

5. Bringt euren Kindern frühzeitig Selbstständigkeit bei.

Mit dem Roller in die Schule üben, mit der Straßenbahn zum Training: Das alles kann man mit dem Kind ab einem bestimmten Alter üben (meine waren ungefähr sieben Jahre alt). Das frühzeitige Üben zahlt sich in der Zukunft aus: Kein Abholen mehr von Hort, Musikstündchen oder Training, wenn ihr ermattet von der Frühschicht am liebsten nur noch auf die Couch sinken würdet. Noch dazu macht es die Kinder selbstbewusst und sicher im Straßenverkehr.

6. Lasst auch mal Fünfe gerade sein!

Nichts ist schlimmer, als einem gewissen Perfektionismus nachzuhecheln. Wir sind es auf der Arbeit – zuhause soll man sich wohlfühlen. Es kommt wirklich keiner vorbei und kontrolliert, ob ihr die Wäsche gewaschen habt, oder ob es schon wieder Kartoffelpüree aus der Tüte gibt. Und ja – man kann auch Tage ausschließlich im Schlafanzug vergammeln. Die Woche ist oft lang und anstrengend. Nicht nur für uns – auch für unsere Kinder. Entspannt euch. Legt die Füße hoch. Jeder darf bestimmen, was NICHT gemacht wird.

Sollte wenn sich Besuch ankündigt, vergesst nicht, den Staubsauger dekorativ in den Flur zu stellen: „Ach – ich wollte gerade….!“

7. Kinder lieben den Schichtdienst (manchmal)

So sehr sie gelegentlich  jammern und trauern, weil sie euch zu wenig sehen, so sehr schätzen sie es, wenn sie euch nicht immer um sich herum haben. (Heimlich ein bisschen länger aufbleiben, mal geschwind den Fernseher anschalten und durchzappen, was da so läuft, Zocken auf dem Handy, was unter der Woche verboten ist, tssss.)

Ja. Es ist hart, wenn eure Kinder euch noch mal und noch mal vor dem Nachtdienst küssen und fragen, warum man nicht zuhause bleiben kann. Es zerreißt einem das Herz. Auf der anderen Seite schätzen sie es umso mehr, wenn ihr am nächsten Morgen nicht grummelig und widerwillig aufsteht (ich), sondern fröhlich fünf Spiegeleier bratet.

Hier lernen sie gleich mal was fürs Leben: Alles, alles ist auf Ausgleich bedacht. Yin und Yang. Vermissen und Spiegeleier. Da und weg.

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Das Wichtigste was ich in all den Jahren gelernt habe ist, egal wie blöd es gelegentlich läuft: Nichts ist für ewig,.

Das gilt leider auch für die Zeit, die man mit seinen Kinder verbringen möchte. Auch die ist nicht ewig. Daher nutze sie für viele, viele schöne Dinge. Halte dich nicht mit unnötigem Kleinscheiß auf. Lache viel und vergesse schnell.

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