Seht ihr den angestrengten Gesichtsausdruck der Babies? Und dann: Entspannung pur – incl. hochgehaltenen Ärmchen. Yeah. So sehen Gewinner aus. Und so niedlich! (Vor allem der eine, der so aussieht wie einer der Zwerge bei „Schnewittchen)

Es vergeht wohl kaum ein Tag in der Notaufnahme, wo nicht einer ohne Bauchweh kommt. Nicht ein einziger. Alte wie Junge. Ohne Ausnahme. Manche haben tatsächlich was schlimnmes ( Darmverschluß, Blinddarmentzündung usw.). Aber der überwiegende Teil ist einfach „verstopft“. Obstipation im Fachjargon.  Da geht nichts mehr. Rien ne va plus im Darm.

Da redet aber keiner darüber – so im Alltag. Über so was redet man schließlich nicht! Kinder kann man ausschließlich mit den Worten: „Pipi, Kacka, Pups“ zum Lachen bringen ( persönliche Testung!). Ab einem gewissen Alter ist das alles ,bäh`.

Gut – die ersten ,Aufklärungsbücher` gibt es jetzt. „Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ“ – von Giulia Enders ist so eines. Wahrscheinlich lesen das die Menschen heimlich – so wie ich damals die Dr. Sommer Seiten in der Bravo.

Und während die einen gar nicht darüber reden und schmerzgekrümmt bei uns ankommen, hören andere nicht mehr auf: Beschaffenheit, Regelmäßigkeit, Farbe, Gewohnheiten.

Allesamt werden im Krankenhaus aufgenommen UM ZU KACKEN! „Abführen“ heißt das Zauberwort. Ich bin froh, dass das nicht mehr in der Notaufnahme passiert.

Die schönste Geschichte dazu passierte während meiner Pause, die ich in der Nofaufnahmeauffahrt verbrachte: Mit „HuiHui“ kam der Rettungsdienst um die Ecke, bremste scharf. Der Sanitäter riss die Tür auf. Ein Frau mit leicht panischem Geschichtausdruck stoperte fast beim Aussteigen und rannte hinter dem Sani ins Krankenhaus. Kurze Zeit später kam er  – ohne Begeleitng – wieder heraus und grinste breit: Seine Patienten hatte Verstopfung und ging in eine Apotheke um sich mit einem Klysma Abhilfe zu verschaffen. Auf dem Beipackzettel stand: „In 20 Minuten sind sie sorgenfrei“. (Oder so ähnlich) Nach einer halben Stunde, als immer noch nichts passierte, rief sie in ihrer Not den Rettungsdienst (Man weiß ja nie!). Auf dem Weg ins Krankenhaus passierte das Wunder: Der Darm kam in Gang. Allerhöchste Eisenbahn. Wie sie ihren Freunde von dieser Geschichte erzählt hat? „Als ich mal mit dem Rettungsdienst aufs Klo gebracht wurde?“

Fakt ist: Man kann ruhig mal raüber reden. Schließich „macht“ es jeder. Und besser eine Runde Sauerkrautsaft, viel Wasser oder sonstiges zu sich genommen, als in einem Arztbrief stehen zu haben: „Mit Obstipation aufgenommen…… abführende Maßnahmen…. in ihre geschätze Hausärztliche Weiterbehandlung…..Mit freundlichen Grüßen.“

Das wiederum wäre mir peinlich.

Und bitte: Klemmt nicht! Das zereißt euch innerlich. Das haut euer ganzes Wurzelchakra durcheinander. 🙂

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