alkoholisiert oder betrunken, hackedicht oder stockbesoffen, knülle, bums- oder rotzevoll, beschickert, beduselt, benebelt, stralle, lattenstramm, angeheitert, angesäuselt, berauscht, beschwipst, sturzbesoffen

(Im Video kann man sehen, wie sie VOR Betreten der Notaufnahme aussehen und BEVOR der Rettungsdienst sie ,eingesammelt` hat. Erstaunlicherweise können sie Yogaübungen, für die ich jahrelang üben müsste. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Um es anders zu sagen: Wenn an einem Tag mal keiner hackedicht kommt, fehlt schon fast was.

Es kommen die kleinen Mädchen, die auf EINEN Tequila eingeladen wurden. („Ich sssschwör! Nur einer!“)

Es kommen die starken Kerle, die einen ,drauf gemacht` haben. („Heyheyhey. Nach dem 14. Bier hab ich aufgehört zu zählen. Harharhar!“)

Es kommen Damen, die zusammen lustig waren und beim Likörchen ordentlich zugelangt haben. („Elvira hatte so einen leckeren, selbst gemachten Eierlikör. Der hat was geschmeckt. Wenn ich wieder daheim bin, brauche ich unbedingt das Rezept!“)

Es kommen die Berufstrinker, die mit 3,5 Promille noch wie eine Eins stehen und reden können und nur leicht schwankend aufs Klo gehen. („Ich weiß gar nicht, was ihr alle habt und warum ich hier bin. Mein Bier war noch gar nicht alle!“)

Es kommen die Obdachlosen, die zum Frühstück auf ein kleines Herrengedeck eingeladen wurden. („Vom Otto. Feiner Kerl!“)

Und es kommen viele anderen, die mal so einen gehoben haben.

Manche trinken aus Spaß. Manche aus Durst. Einige aus Notwenigkeit. Ebenso aus Traurigkeit oder aus einer Laune heraus. Manchmal auch überhaupt nie, nie,nie. („Was? 2,4 Promille? Ich? Aber ich trinke doch NIE!“)

Jeden Tag. Egal zu welcher Uhrzeit. (Was – um 11 Uhr morgens kann man schon DIESEN Promillewert haben?)

Wenn du dich über sie beugst, muss du aufpassen, dass du nicht vom einatmen sofort besoffen wirst. Oder gleich mitkotzt. Seit es die praktischen  Sicksacks gibt, (eine passgenaue Kotztüte für Gesichter aller Art) kommen die brechenden Menschen relativ sauber. Die Herausforderung: „Bei mir bricht niemand ins Auto“ des Rettungsdienst und die daraus folgende Schlammpackung ist damit vorbei. (T-Shirt in der Hose festklemmen, den kotzenden dann ins T-Shirt …. ach. Es ist unschön)

Ja – wir trinken auch. Gerne. Manchmal auch nicht zu knapp. Wir verstehen das, wenn einer trinkt. Oder auch säuft. Immerhin lag weder eine der Menschen,  die ich kenne noch ich  sturzbesoffen in einer Notaufnahme.  Immerhin!

Da liegen sie und leiden. Die Hose ist eingenässt. Das Erbrochene klebt in den Haaren. Der alkoholgeschwängerte Atem wabert durch alle Räume. Wenn man Glück hat, pennen sie nur und riechen. Hat man Pech, kommt fiese Aggression dazu. („Ich hau dir die die Fresse, du F***“ – ach. Das will man auch nicht hören oder lesen). Oft folgt eine schlimme Sauerei. (Ins Zimmer pinkeln, sich venöse Zugänge mit Schwung aus dem Arm reissen, vor die Füße brechen, mal gepflegt in die Hose …. JETZT IST ABER MAL GUT MIT DER UNAPPETITLICHEN GESCHICHTE!)

Was hilft, ist ein gewisser Hang zu schrägem Humor. Manchmal auch die Polizei.

Manche sind Vollpfosten.

Manchmal allerdings kann es sogar recht heiter sein, mit den ,angeschickerten`zu plaudern. Zudem bekommt man oft DIE WAHRHEIT gesagt. („Schwester, sie sind wunderschön!“  – ihr wisst ja: Betrunkene und Kinder sprechen immer die Wahrheit!) Und Eierlikörrezepte bekommt man auch.

Nett wäre, wenn man sein Limit kennen würde. (Wobei – die Kampagne der BZGA ist schwierig. Bis man sein Limit kennt, muss man erst einmal testen, testen und noch mal testen)

Sehr nett ist auch dieser Artikel aus der TAZ, der mich über alle Maßen erheitert hat.

http://taz.de/Die-Wahrheit/!5038485/ Die Wahrheit: Eine Ethnologin aus Grönland untersucht den größten linguistischen Schatz der Deutschen: ihr überreiches Vokabular zur Trunkenheit.

Ansonsten gilt: Es heißt ja immer, dass der Mensch viel trinken soll. Gerade bei der Hitze. Also: Trinkt – vielleicht mal ein Wasser zwischendurch –  und seid guten Mutes. Habt Spaß.  Aber hört irgendwann auch wieder auf, bevor ihr in eine Notaufnahme gebracht werden müsst.

 

Advertisements