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notaufnahmeschwester

Rücken richten, weitergehen

Geistige Bäuerchen und ein Plasterküsschen

Ich bin ja immer sehr dafür, Quatsch zu machen.

Das Leben ist ja so ernst und anstrengend mitunter. Da braucht es/ich das zum Ausgleich.

Manches könnt ihr hier im Blog lesen – wie die Geschichte mit der gestalteten Mitte oder dem Laberglas.

Am Sonntagvormittag  war ich ein bisschen im gefühlten Jetlag/ neben der Kappe.

Unter der Woche Nachtdienst und dann am Wochenende gleich wieder Frühdienst – da schlägt das Hirn schon mal Kapriolen. (Und bevor ein besorgter Mensch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen möchte wegen der unmenschlichen Arbeitsbedingungen des schnellen Schichtwechsels: Ihr habt alle recht. Diesmal war ich selbst daran Schuld. Ich hatte getauscht. Was an der „neben der Kappe“  nichts ändert. Man kann im Leben halt dies und das nicht ohne das andere haben. Oder so ähnlich)

Der Kollege erzählte von seinen Nachbarn aus dem Haus gegenüber, die so gerne bei geöffneten Fenstern „Leibesübungen“ praktizierten.

Wir witzelten darüber, wie man Haltungsnoten vergeben könnte. Schildchen hoch – wie bei Eiskunstlauf könnte man doch später… also so ganz unverfänglich:

Haltung, Geräusche, Kreativität und dergleichen mehr.

 

Und weil wir gerade so schön dabei waren, fingen wir gleich mal an:

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Dieses „wir fingen gleich mal an“ muss man sich jetzt allersdings als über Stunden hinziehendes „Basteln“ vorstellen. Auch die karge Ausschmückung ist diesem geschuldet. Schließlich kommt ja immer was dazwischen. Patienten. Ärzte. Kollegen. Hier noch ein EKG. Dort noch ein wichtiger Verband. „Natürlich bringe ich ihnen einen Rollstuhl!“ „Und bring noch Blut- und Urinkulturen mit…!“

Wir sind ja nicht (nur) zum Spaß auf der Schicht.

Mehrere Stunden später also hatten wir unsere Schilder zusammen. Und weil der Arzt nicht so recht aus den Puschen kam und uns die Röntgenassistentin anraunzte ( „Voll mies“), verschmolz die Zielgruppe ein wenig.

Dieses ist also daraus geworden: Kommunikation ist out. Schildchen voll in.

„Weiter so“- hielten wir dem Arzt hin, als er einen Patienten nach langer Zeit endlich  „Aufnahmebereit“ meldete.

Wir schoben sogar noch ein „Traumhaft“ hinterher.

Der Kollege schaffte es nicht, einen Zugang zu legen. „Grottig“ ließen wir ihn wissen.

Der Rettungsdienst verlor sich in der Krankengeschichte bis ins 7. Glied. „Schneller“. Er schaute beleidigt. Dabei wusste er doch, wie der Onkel auch an einer ähnlichen Geschichte wie der Patient jetzt litt. Damals. In den 1990- Jahren. „Aha!“

Eine Kollegin kam zum Dienst. „Was ist das denn für ein Quatsch!“, sagte sie mit Kopfschütteln. Wir Kinder aber auch immer!

Nichts anderes war es schließlich. Aber den Sinn und unser Vergnügen darüber konnte sie nicht erkennen. Sie lächelte, wie man übrr ein kleines Kind lächelt, wenn es ein hübsches Bäuerchen macht. Wohlwollend. Hold. Nichts ahnend, wie wichtig so ein (geistiges)“ Bäuerchen sein kann.

Die Welt allerdings war wieder in Ordnung und unser Humorlevel auf höchstem Niveau, als eine andere Kollegin kam, die Schilder mit einem „cool“ kommentierte und sich das „Schneller“-Schild schnappte.

„Das wird dem Doktor heute Nachmittag Beine machte“, grinste sie. Sie schob es sich zuoberst in ihre Kitteltasche, sodass es über allen Kugelschreibern herausschaute. Gut sichtbar.

Genau unser Humor. Bingo.

Plasterküsschen für euch und unsere gemeinsamen geistigen Bäuerchen.

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Interview

Ich wurde von Nessa Altura vom Autorenexpress interviewt . Stellt euch das mal vor!

Ich bin umgeben von anderen, großartigen Bloggern wie  texterella oder „Zur Sache Schätzchen“ und vielen anderen mehr.

Es ist großartig. Unfassbar und großartig.

Hier könnt ihr es lesen.

http://autorenexpress.de/unser-blog-des-monats-die-notaufnahmeschwester/

Warteräume

Gefühlt 467 Mal in einer Schicht schicke ich Menschen in  den Warteraum:

„Bitte nehmen Sie noch einen Moment Platz.“

„Wir rufen Sie auf.“

„Wenn wir mit den Voruntersuchungen bei ihrem Angehörigen fertig sind, rufen wir Sie dazu.“

Und dann sitzen Sie und warten.

Die Kranken, Mühselig und Beladenen. Die Unfallopfer und die, die nur mal „nachschauen“ lassen wollen. Die akut Kranken und die, die seit Tagen/ Wochen/ Monaten/ Jahren mannigfaltige Beschwerden haben. Dazu die Angehörigen und manchmal auch der komplette Fanclub.

Die Geduldigen und die Aufbrausenden. Die Verständnisvollen und die, die ganz genau zu wissen meinen, dass man sie absichtlich warten lässt.

Warteräume können Orte des Schreckens sein. Die Luft ist generell stickig. Gemütlichkeit wird durch Kunstblumen versucht zu erzeugen.  Aber bitte – was soll das mit dem Hauch von Gemütlichkeit. Der Lesezirkel ist abgegriffen.

Warteräume sind nicht gemütlich. Warteräume sind per se nicht schön.

Bei Fußballübertragungen schaltet einer den Fernseher an. Wenn man schon selbst gestrauchelt ist und mit schmerzenden Extremitäten wartete, möchte man zumindest sehen, ob und wie es andere besser machen.

Schachweltmeisterschaften hat noch nie einer geschaut. Obwohl es auch so gefährlich ist, wie mir neulich ein Fußballer erklärte. „Die bekommen alle Herzinfarkte wegen der Spannung oder so.“

Der Zustand des Wartens ist schlecht auszuhalten. Er ist ungerecht. Gefühlt.

Schließlich sind wir es gewohnt, dass wir immer alles sofort, direkt und gleich bekommen. Wir alle haben das Warten verlernt. Abwarten erst recht.

Der Raum ist auch gefüllt mir Menschen, die möglicherweise nicht in eine Notaufnahme gekommen wären, wenn sie ein bisschen zugewartet hätten. Schnupfen vergeht. Umgeknickte Knöchel schwellen mit ein bisschen Geduld und alten Hausmitteln von selbst wieder ab. Aber halt nicht sofort. Und schließlich weiß man ja auch nie. Und überhaupt. Zur Sicherheit sind sie alle da.

Alle anderen scheinen eher dran zu kommen. Keiner kümmert sich. Keiner beachtet einen. Man sitzt. Zählt Schuhe. Muster in der Tapete. Minuten. Hört sich Geschichten von anderen Verletzten an. „Puh. So schlimm!“ Wer will schon gerne anderer Leut´s  Katastrophenberichte hören.

Manche flüchten vor alle den Geschichten, Gerüchen und Gebrechlichkeiten in den Flur. Am besten in die Einflugschneise des Rettungsdienstes. Damit man hoffentlich wahrgenommen wird.

Waghalsige gehen vor die Türe und rauchen erst mal eine.  Auch auf die Gefahr hin, die Sprechanlage, die den erlösenden Aufruf knarzen könnte  zu überhören.

Warten ist merkwürdig.

„Während beim Nichtwarten die Zeit einfach vergeht, ohne dass wir Kenntnis von ihr nähmen, rückt sie für den Wartenden ins Zentrum seiner Wahrnehmung.“

Und soll ich was verraten?

„Wir“ hinter den Türen warten auch. Auf Untersuchungen, zu denen wir die Patienten begleiten können. Auf Laborwerte. Auf Ärzte, die nebenbei auch noch nach Patienten im Krankenhaus schauen müssen.

Wir warten, dass die einen abgeholt werden. Bis ein Raum für den nächsten aufgerüstet ist.

Auf den Kollegen, der uns hilft, die 170 kg Patientin zu lagern. Eine vollgestrullerte Buxe frisch zu machen. Das der Raum zum Gipsen frei wird. Oder der Raum für das Einrichten für gebrochene Knochen. Das das Personals des Herzkatheters kommt. Oder überhaupt der Patient auf seine Station kommt und endlich abgeholt wird. Aber dort ist das Personal knapp und oder dass Essen wird gerade ausgeteilt oder es ist „Übergabe“. Irgendwas ist immer.

Wir warten, dass der Patient vom Rauchen zurück kommt. Oder vom Klo. Oder vom Röntgen.

Aber im Gegensatz zu dem Warteraum haben wir das „Glück“ ständig – trotz dieser Wartezeiten – beschäftigt zu sein. Wir „jonglieren“ mit vielen Patienten gleichzeitig. Wir rennen hin und her und hegen und pflegen. Bei sommerlichen Temperaturen fließt uns mir der Schweiß beim Blut abnehmen brennend in die Augen. Die Lüftung ist wie beim ICE ähnlich schnell überfordert. Der einzig durchklimatisierte Raum wird von Patienten fröstelnd gemieden, während wir so gerne dort ein wenig länger verweilen würden.

Die Zeit rast nicht wie im Alltag dahin. Sie schleicht für den, der wartet.  Warten ist Nichtstun. Und wer will das schon, wo wir doch alle die Hemdsärmel aufgekrempelt haben.

Wir wissen das. Wir sitzen vor dem Computer und warten auf den Laborbericht – wie bei der Fernsehserie „Quincy“ rufen wir dort an – damit es endlich weitergeht.

Wir fühlen mit.

Und oft würden wir gerne öfters in den Warteraum gehen um den Angehörigen zu sagen: „Es ist soweit alles in Ordnung. Machen Sie sich keine Sorgen. Wir kümmern uns.“

Aber dann geht es auf einmal weiter – für uns „hinter“ den Türen – und dann laufen wir los.

Das allerdings sieht keiner im Warteraum. Und schellt lieber fünf mal und fragt nach, wie lange es noch dauert. Und ob wir überhaupt was machen oder nur Kaffee trinken und uns die Eier kraulen. Und wo er sich beschweren kann, weil: „Das ist ja voll die Unverschämtheit, wie lange man hier warten muss!“

Und wir verstehen es. Weil: Warten ist scheiße nicht schön.

Und wenn ein bisschen Zeit ist, versuchen wir all den Ungehaltenen dieses hier zu vermitteln:

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Fundstück Internet

 Aber es tröstet wenig. 

 

 

 

 

 

Pause

Endlich Pause (Hier könnt ihr auch lesen, wie ich meine Pause am liebsten habe).

Es war bisher ein turbulenter Tag und ich war froh, endlich mal nicht reden zu müssen. Nichts tun zu müssen. Ruhe im Schiff. Keiner, der quatscht. Keiner, der lärmt. Keiner, der schmutzt oder stinkt.

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Ein Kissen – an die Stirn genagelt in der nächsten Pause im Freien: Das wäre es!

 

Ich stand auf ein Zigarettchen und Heißgetränk meiner Wahl vor der Notaufnahme. Das ist heikel. Denn sowie man irgendwo in Dienstkleidung herumsteht, ist man „da“. Ansprechpartner für jedermann.

„Sind sie hier Schwester/ Arbeiten sie hier?“

„Wo liegt denn Müller-Schulze?“

„Sie wissen schon, dass rauchen/ herumstehen/ schauen gefährlich ist? Ich dache, sie wissen das nicht. Daher sage ich ihnen das mal eben schnell im Vorübergehen!“

(Meine Kollegin hat mal ganz trocken darauf geantwortet: „Sie wissen schon, dass Schichtdienst ebenso ungesund ist. Trotzdem stehe ich hier. Ich arbeite hier sogar. Obwohl es für meine Gesundheit mit Gefahren verbunden ist. Stellen sie sich das mal vor!!!“)

„Kann ich sie mal eben fragen, ob ich möglicherweise einen Meniskusschaden habe, weil…..“

„Habe sie zufällig eine Zigarette/ Feuer/ kann ich wieder zum Ausdrücken kommen?“

„Wissen sie, ob es hier Privatzimmer mit Blick in den Park gibt? Vielleicht muss mein Vater demnächst mal ins Krankenhaus. Da dachte ich, ich frage mal eben ganz unverblümt. Man möchte ja nicht die Katze im Sack kaufen….“

 

Ja – lieber Himmel! Was steht man eben auch so herum, anstatt zu arbeiten. Selber schuld!

 

Da kam ein Mann auf mich zu.

Er sah aus wie direkt vom Bahnhof/ Kiez kommend. Auf mehrere Pullen Schnaps zusammen sitzend mit seinen Kumpels. Müffelnd. Verschlissene Kleidung. Ein am Rande der Gesellschaft stehender.

Von seinesgleichen hatte ich an diesem Tag schon tatsächlich mehrere behandelt. Kopfplatzwunde. Heftig betrunken, kaum erweckbar. Schnittwunde am Arm  („Drecksbierflasche! Ist mit voll geplatzt!“). Hoppla -der Zucker ist aber wieder hoch heute!“

„Darf ich sie stören?“

Um Himmels Willen! Nein! Was würde er schon wollen. Einen Euro. Kippen. Feuer. Das übliche? Wie sag ich es meinem Kinde auf die höfliche Weise?

„Ungern. Ich hab Pause!“

„Ach so. Das wusste ich nicht. Entschuldigung.“

„Yo.“

„Ich wollte ihnen nur was sagen“.

Am liebsten hätte ich gesagt: „Mann! Geh weg. Lass mich in Frieden.“ Aber ich bin ein höflicher Mensch. Also übte ich mich im unbeteiligten Schauen. Was von den oben genannten Varianten würde er mir erzählen wollen?

„Hm? Und was?“

„Ich wollte ihnen nur sagen, dass ihr ein verdammt gutes Team seit. Ich bin sehr zufrieden. Ihr habt mich wieder toll hinbekommen. Danke dafür! Und Entschuldigung noch mal für die Störung!“

Er drehte sich um, bestieg sein klappriges Fahrrad und radelte von dannen.

Alta!

Ich stand da und schämte mich.

Wegen der Vorurteile. Der schroffen Abweisung. Der Wortkargheit. Weil ich dachte, ich weiß genau, wie das Gespräch von statten gehen wird.

Ich hatte mich geirrt. Es tut mir leid.

Schiffrandsocken

Einmal strich eine Kollegin ihre Stube in einem zarten Gelbton. Ihr Freund nannte es zärtlich und möglicherweise mit einem Anflug von Spott in der Stimme „Schiffrandgelb“. Ich wusste lange nicht, wie er das nun genau meinte. Ähnlich wie Altbaucharme oder Brathering. Na- ihr wisst ja.

Aus dem Lexikon der erklärungsbedürftigen Wörter: Schiffrand, der: Farbliches, oftmals geruchsintensives Überbleibsel im Schlüppi, der sich bei nicht ausreichender Körperhygiene in den Fasern verfängt.

Nun.  *räusper*  Es hat nie einer gesagt, dass es im menschlichen Bereich immer lecker zugeht.

 

Nun lag da also dieser eine Kamerad auf der Liege und schnachte, was das Zeugs hielt. Mit jedem Ausatmen vernebelte sich die Luft in schwer alkoholische Wolken. Die Sonnenbrille (verspiegelt) hing ein wenig schief auf der Nase. Wir drehten ihn auf die Seite. Falls er auch noch brechen sollte/ wollte. Sehr praktisch, wenn die Patienten einen dicken Ledergürtel tragen. Es erleichtert die Arbeit ungemein.

Die Hose war nass. Wie so oft.

Sprechen konnte er nicht mehr mit uns. Far, far away my dear.

Wurscht.

EKG, Vitalwerte ermitteln, Blutabnahme, schlafen lassen. Um Himmels Willen bloß schlafen lassen. Man weiß nie, wie schnell oder ob sich ein friedlich, schlummerndes Wesen von jetzt auf gleich in eine aggressive Furie verwandeln kann in 3 -2-1 go.

Und dann ist die Frage aller Fragen: Ausziehen oder lassen?  Ich gebe es zu: Ich bin für eher für „lassen“. Am nächsten Tag hab ich schon – gefühlt – unfassbar viele von ihnen in ihren alten, versifften und durchzechten Klamotten von dannen ziehen sehen.

Es kam die freundliche Kollegin von der Intensivstation, ihn abzuholen.

„Du musst ihn nicht ausziehen. Dann mach ich das eben unten. Aber so kann er ja nicht bleiben. Ist ja alles nass.“

„… Nicht, dass er sich zu seiner Alkoholvergiftung noch einen Schnupfen holt?“ *Scherz*

„Ach- du weißt doch, wie es ist!“

Jajajajajaj. Ich weiß wie es ist. Auch wenn ich es lieber nicht wüsste. Man kümmert sich. Man zieht aus. Man sorgt und hegt und pflegt.

 

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Also haben wir uns daran gemacht, den Schnachenden auszuziehen. Die Hose war deshalb so nass, weil gleich mal an der Unterhose gespart wurde. Es sackerte alles direkt in Hose und Socken sowie Schuhe ab.

Es quietschte fast ein bisschen, als wir die Schuhe auszogen (Echtes Leder).

Die Socken waren auf einem Fuß doppelt. Nasse Socken auf nasser Haut lassen sich schwer ausziehen. von wegen – wusch – und weg. Zwei Socken erschweren alles ungleich mehr.

Und dann – als ich es endlich geschafft hatte, trudelten matt vier Scheinchen auf den Boden, die sich zwischen den beiden Socken versteckt hielten.

400 pitschnasse Euro. Schiffrandsocken – prall gefüllt mit schnödem Mammon.

 

Holla!

Lattenstramm, aber 400 Euro im Doppelsocken. Das ist viel Geld für einen gehörigen Nachdurstschluck.

Wertgegenständeverwaltung ausfüllen, Patienten bequem und ohne Tamtam ins Bett rollen. Decke drüber.

Was mag das wohl für ein Mensch sein? Lederschuhe, verspiegelte Sonnenbrille einer namhaften Firma. Keine Unterbüx,  dafür ein Zastersockenversteck. Interessant.

 

Und dann die Fragen aller Fragen (zumindest für mich):

Sollte man beim nächsten Mal Geld holen besser Handschuhe mitnehmen? Man weiß schließlich nicht, woher die Scheinchen kommen. Am Ende aus Schiffrandsocken?

Und obwohl ich in vielerlei Hinsicht hartgesotten und unerschrocken bin: irgendwie schüttelt es mich da. Pantomimischen Herpes – ick hör dir anschleichen.

So ist das mit dem Schaudern und dem Ekel. Es trifft dich immer dann, wenn du es am wenigsten erwartest. Unerschroclken wischst du sämtliche Körperflüssigkeiten beiseite ohne mit der Wimper zu zucken.

Bei prallgefüllten Schiffrandsocken hört es allerdings bei mir auf. *Für Sie getestet*.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kleine Zeichnerei

Schlummern da etwa Talente in mir,  die jetzt endlich rauskommen dürfen? (Noch leicht unbeholfen. Aber immerhin ein Anfang)

Mein Leben als Karikaturistin. Teil 1.

12 von 12

 

Weckerrappeln: 5.11 Uhr.  Geplantes Aufstehen ist 5.15 Uhr. Realistische Aufstehzeit 5. 28 Uhr.

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(Ich geh immer schon kichernd ins Bett, wenn ich meinem Hirn von diesem Plan erzähle und den Wecker stelle. Jede Minute ist morgens wertvoll und die gute Idee, des planvollen und pünktlichen Aufstehens möchte ich – auch nach Jahren -irgendwann, wenn ich mal „groß“ bin unbedingt umsetzen. Muss toll sein. Voll erwachsen und so. Mit Zeit für alles. Ohne Hektik.

Beim Zähne putzen lese ich das Internet schnell mal leer. Es ist internationaler Tag der Pflege. Hurra. Florence Nightingale ist in den Pflegeforen in aller Munde. Und das Treffen in Berlin von u.a. „Pflege in Bewegung“ mit der Bundesweiten Gefährungsanzeige. Quasi die Erben von Florence. Rettungsknopf statt Lampe.

 

5.50: Die Kollegin hat schon Kaffee gekocht.

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6.00 Uhr. Dienstbeginn mit Übergabe. Ein junger Mann liegt mit Bauchschmerzen darnieder. Er wird bald von der Station abgeholt. Aber erste später, denn “ ….wir machen erst Übergabe!“

So bleibt Zeit, ein wenig zu plaudern. Eine Kollegin des Nachtdiensts war länger erkrankt. Jetzt geht es wieder und wir freuen uns. Außerdem hat sie Nussecken mitgebracht. Aus Freunde. Und wegen „endlich wieder gesund“ und „ich hatte Geburtstag“.

Leider sind sie Nussecken so lecker, dass ich kein Foto habe. Sie waren zu schnell weg.

Um 7.18 Uhr möchte eine DA- Patietin erneut krank geschrieben werden. Zwar hatte sie einen Unfall am Unterarm, aber die Schulter tut nun weh und es ist u n m ö g l i c h  so zu arbeiten. Dass sie dafür zu ihrem Hausarzt ,üsste, weil es nichts mit ihrem Arbeitsunfall zu tun hat, will sie gar nicht einsehen. Schließlich ist sie jetzt da. Und auch ein Arzt. Also alles paletti. Sie ist sehr laut und  sehr energisch. Widerspruch duldet sie selbst vom Oberarzt nicht, der zu diesen Minuten noch mit einer Engelsgeduld gesegnet ist. Das wird sich im Lauf des Tages ändern.

8.30 Es plätschert so dahin.

Verbändchen da. Gipschen neu hier. Fäden ziehen – gerne. Blut abnehmen. EKG. Zur Röntgenabteilung? Bitte hier entlang. Selbstverständlich machen wir einen schmerzstillenden Verband. Routine. Internistische Patienten gibt es noch nicht so richtig. Schließlich müssen erst die Ärzte die Praxen aufschließen, Patienten begutachten, in Pflegeheime fahren oder anrufen, Krankenwagen bestellen. Vor 10, 11 Uhr passiert da wenig. Bis auf die mal eben was abklären möchten. Bauchschmerzen. Husten.

 

9.12 Uhr. Das komplette Pflegepersonal der Frühschicht ist zufällig gerade an einem Fleck – Zeit für ein Fuß(self)ie zum Tag der Pflege.

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9.30 Uhr. Halb Zehn in Deutschland.  Zeit für Kaffee und Kippe Apfelschnitz.

In meinem Schrank hängt seit neustem das hier:

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Ich bin gerührt- Ein paar Socken meiner derzeitigen Lieblingsmarke. Vom Buddy reingeklebt. Stilecht mit Leukosilk. Wäre ich fünf Jahre älter und noch rührseliger – ich würde weinen vor Glück, (auch) solche Kolleginnen zu haben. So lass ich es hängen. Es ist zu schön, den Schrank aufzuklappen und derartige „Aufmerksamkeiten“ zu sehen. Ich hebe mir das auf. Für schlechte Tage.

 

Eine Patientin hat sich den Finger geklemmt. Der Ring geht nicht ab. Seife, Faden,, Ringschneider- alles funktioniert nicht. Wir rufen die Feuerwehr.  Netterweise rücken sie mit sechs Mann und drei kleinen Köfferchen an, um auszuhelfen.  Es ist kompliziert. Einer spritzt behutsam Wasser wegen der Hitzeentwicklung. Eine halbe Stunde sitzen  und schwitzen sie und friemeln sich geduldig einen ab. Autos aufschneiden scheint leicht dagegen.

Dann wird es halb 11 und 11 Uhr und es geht los. Im Schweinsgalopp durch die Zimmer. Hier eine Lungenentzündung. Dort ein dementer Mann mit Weglauftendenz. Wir setzten die Schülerin mit  der Zeitschrift „Landlust“ dazu. Nicht auszudenken, er klettert über die Liege und verletzt sich.

Da kommt einer mit Herzschmerzen und hier löste der Defi mehrfach aus. Die 90- jährige Mutter wird gebracht, weil die auf den Arm fiel und wo „wir doch schon gerade da sind, können sie doch sicherlich auch die Harnwegsinfektion abklären lassen und gerne stationär behandeln!“

Eine junge Frau mit Kopfschmerzen auf der Schmerzskala 0 (alles fein) bis 10 (gleich  ist es vorbei mit mir) gibt die Schmerzen mit 11 an. Licht und Geräuschempfindlich sei sie auch. Das ist ungünstig, denn aus Platzmangel liegt in einem Behandlungszimmer mit zwei anderen und hyperventiliert vor Schreck.

Der Rettungsdienst kommt zerzaust und verschwitzt. Auf der Liege liegt ein Mann sehr ruhig. „Aber “ erst seit wir ihn sediert haben.“ Der Mann hatte vielleicht einen Krampfanfall. So genau weiß man das nicht. Aber von seiner Kraft, Stärke und Aggression haben Sanis und Notarzt reichlich erfahren können. Jetzt zuckt er nicht und schnarcht laut. Auf seinem Handy schreibt Bernadette und freut sich auf den Abend mit ihm.

Die 14- jährige weint laut und ausdauernd, weil ihr der Blinddarm entfernt werden soll. Das OP- Team wartet. Die Mutti murmelt Trostworte, die nicht ankommen wollen.

Im Wartezimmer ist kein Platz mehr. Die Hälfte davon sind Menschen, die glauben, dass in der Notaufnahme Dinge passieren, von denen ihre Hausärzte offensichtlich nur träumen können. Das bringt den Oberarzt, der um 7.18 Uhr Geduld und Liebreiz in einer Person war, zu Verwandlung in „Dr. Was zum Teufel wollen die alle hier?“

Ein junger Mann hat sich bei einem Arbeitsunfall so tief ins Knie geschnitten, dass er eigentlich im OP versorgt werden soll. Das möchte er aber nicht. #ausGründen- wie er sagt. Welche das sind, wissen wir nicht. Aber versorgt werden muss es. Also wir er im Noteingriffsraum gespült, genäht und wieder hübsch gemacht. Nicht ohne, dass vorher der Narkosearzt, der Oberarzt und die Assistenzärzte mit ihm geredet hätten. Wir  schieben/drehen die Notaufnahme von links nach rechts. Denn im Noteingriffsraum lag eine kleine, uralte Frau mit fiesen Gallenbeschwerden und wartete auf ihren Ultraschall. „Ich darf einfach keine Leberwurst essen. Das bringt mich noch um.“

Ich nehme schon fast im Warteraum zwei Damen Blut ab, die möglicherweise eine Thrombose haben. „Da kommen wir doch gleich hierher. Das macht der Hausarzt doch gar nicht. Da kennen sie sich hier viel besser aus!“

Ein Mann kommt kreidebleich um die Ecke. Sein Herz rast. Meines mittlerweile auch.

Es gibt Tage, das ist es viel. Es gibt Tage, das ist es sehr viel. Und es ist gibt Tage, da hörst du dich nicht mehr denken.

Das war heut so einer. Am Tag der Pflege.

12.40 Uhr. Zeit für ein Schmerzmittel. Der Rücken. Die Füße.

Eine junge Frau wird auf der Sänfte vom Rettungsdienst gebracht. Der Rücken schmerzt so. Ungefähr bei 17 auf der Schmerzskala. Schmerzmittel wirken bei ihr nicht – sagt sie. Nie! Daher nimmt sie keine. Sie will es auch nur mal abklären lassen. Jetzt muss sie es eben unbedingt schnell ihren Freundinnen schreiben. Leider muss auch sie im Wartezimmer Platz nehmen. Sie läuft raschen Schritten hinter dem Rettungsdienst her, der ihr den Weg in den Warteraum zeigt.

Ähnlich, wie der Rettungsdienst Tags zuvor diesen hier brachte: ( Und wer jetzt sagt: Was ist das für 1 deutsch vond wegen Rechtschreibung…. macht nichts. Alles halb so wild. Wir verstehen das. Was zählt ist doch das Herz, nicht wahr?)

 

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Zum Mittagessen gibt es RTLQuatsch. Der Fernseher lief – wer auch immer ihn angeschaltet hatte. Ich beließ es dabei.

Junge Männer, die aussehen wie Stulle, suchen die Liebe in Osteuropa. Sie sprechen kein Englisch. Macht nichts. Auch hier zählt allein die Liebe. Sie überwindet jede sprachliche Hürde. Leider hat  eine der auserwählten Damen Sommersprossen. Das geht nun gar nicht, sagt der Typ mit Bierplautze und Zauselbart. Der andere Mann wanzt sich an eine junge, hübsche Frau an und hat scheinbar noch nie gelernt, ein wenig auf die Körpersprache des Gegenüber zu schauen. Sie schaut ungefähr so, wie der Patient mit der Nierenkolik, kurz bevor er sich übergab.

 

14 Uhr. Übergabe. Ich kenne die Hälfte der Menschen auf der Triageliste nicht. Das ist selten. Meistens behält man doch den Überblick. So ungefähr zumindest. Egal wie viel los ist. Aber heute war eben noch mehr los.

 

Zuhause sitze ich erstmal ein bisschen auf dem Balkon. Unter einer Eule. Hurra – Florence- denke ich.Hier treibste dich also auch rum – am Tag der Pflege.

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Mittagsschläfchen. Ihr wisst ja – ein Mittagsschläfchen ist, wie den Tag mit Käse zu überbacken.

 

Das Kind möchte Schuhe kaufen. Es findet seine Traumschuhe. Sie sind potthässlich. Aber was weiß ich schon. Zum Trost steht vor dem Laden ein prächtiger Kastanienbaum in voller Blüte. Schönheit liegt eben immer im Auge des Betrachters.

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Und dann lese ich noch, dass Catweazle gestorben ist. Natürlich der Schauspieler.

Orrrrr!

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Freude. Für heute ist es genug. Ich hatte einen vollgepackten Tag voller Freud und Leid. Mit tollen Kollegen, Fuß- und Rückenweh. Dazu reichlich Augenpein sowie Augenschmaus.

Jetzt noch ein wenig Körper- und Schönheitspflege und dann geht`s morgen auch schon wieder los. 5.11 Uhr. Ihr wisst schon.

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Quelle unbekannt.

Oder wie Renate Bergmann bei Twitter sagen würde:

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An jedem 12. eines Monat findet hier auf dem Blog das Fotoprojekt „12 von 12“ statt. Read more: http://draussennurkaennchen.blogspot.com/p/12-von-12.html#ixzz4gszoCfFp

Alternative Heilmethoden

„Schnalz“

Die junge Frau hat ein kleines Armband um ihr Handgelenk.  Das hebt sie ein bisschen an und lässt es zurück schnalzen.

„Schnalz“

„Was machen Sie denn da?“, frage ich. Ich möchte eigentlich den gebrochenen Unterarm eingipsen.

„Das ist wegen der Achtsamkeit!“

„Ah ja. Das wird jetzt ein bisschen schwierig. An den Arm kommt ein Gips.

„Ach Gott! Das muss jetzt runter?“

„Äh – schon!“

„Scheiße!“

Aus war es mit der Achtsamkeit.

 


„Meiner Tochter geht es ganz schlecht. Ich hab ihr schon mal Notfalltropfen gegeben.“

Die Tochter schaut nicht auf. Sie ist in ihre Whatsapp Nachrichten vertieft. Ständig zwitschert ihr Handy Neues aus der Welt ihrer Freude. Die Haare verdecken ihr Gesicht.

„Was fehlt denn ihrer Tochter?“

„Sie ist so abgeschlagen und müde in den letzten Wochen. Das muss unbedingt mal abgeklärt werden. Weil – so geht es nicht weiter. Und der Hausarzt ist im Urlaub. Die Vertretung kennen wir nicht. Aber unser Hausarzt sagt immer, dass Notfalltropfen gut sind. Also hab ich sie ihm schon mal gegeben.“

„Aha!“

*zwitscherzwitscher*

Es hört sich an, als würde ein ganzer Wald Vögel vor mir sitzen.

„Am ständigen Handygebrauch kann es nicht liegen, dass ihre Tochter ein bisschen abgeschlagen ist?“

„Wo denken sie hin! Das Kind muss doch seine Sozialkontakte haben. Luise. Mach mal den Mund auf.“

Mutti hält die gefüllte Pipette mit den Notfalltropfen irgendwo in die Haare. Ein spitzes Mündchen kommt aus den Haaren und saugt.

*zwitscherzwitscher*

 


 

Die Beine tropfen. Kleine Rinnsale fließen dem älteren Herren die mehr als prall gestauten Unterschenkel hinunter. Er schauft schwer. Ihn plagt eine fulminante Herzinsuffizienz. Das Wasser steht ihm buchstäblich bis zum Hals und darüberhinaus in den Beinen. Auf dem Tisch liegt eine große Tüte mit Globulifläschchen.

„Das hat immer so gut geholfen“, schnauft er mit Blick auf seine Tüte. „Ich hab extra die Potenz  von „Crataegus“ erhört. Und „Aconitum“ noch dazu genommen.“

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Bildquelle: Pixabay

„Sie kennen sich aus!“

„Natürlich! Es ist ja mein Körper.“

„Gut, dass sie jetzt doch da sind. Das haben sie bestimmt gemerkt, dass sie noch etwas anderes brauchen! Weil sie ja ihren Körper gut kennen, nicht wahr?“

„Ganz recht!“

„Willkommen!“

 


 

„Sind sie eigentlich geimpft?“

„Ich kann mich nicht mehr erinnern! Ist bestimmt schon Jahre her.“

„Hm. Haben sie eigentlich Haustiere?“

„Oh ja. Zwei Katzen. Peterle und Muschi!“

„Sind die geimpft!“

„Selbstverständlich! Die soll ja gesund bleiben und sich nix holen!“

„Oha! Ich merke schon, die Katzen haben es gut bei Ihnen. Wenn es ihnen Recht ist, impfen wir sie auch. Dann hat sie Katze auch noch lange was von ihnen. Sie wollen sich ja bestimmt auch nix holen.“

„Ich habe es halt nicht so mit Spritzen.“

„Naja- Die ihre Katze vielleicht auch nicht.“

„Stimmt. Die fauchen immer, wenn wir zum Tierarzt fahren!“

„Na – dann wollen wir mal sehen, ob sie fauchen müssen….“

„…..Das war es?“

„Jawohl. Mehr ist nicht.“

„Das hat ja gar nicht weh getan. Also ehrlich- ich kann meine Katzen nicht verstehen.“

 


 

„Ist ihnen schon mal aufgefallen, dass ihre Möbel sehr ungünstig stehen? Wegen der Ausrichtung. Nach den Lehren des  Feng Shui ist das hier alles sehr ungünstig. Wenn Sie diese Liegen hier zum Beispiel an die Wand anders stellen würden, dann wäre sie in einer besseren Ausrichtung. Ihre Patienten würden es ihnen danken.“

„Wenn wir die Liege anderes stellen würden, würden die Ärzte und das Pflegepersonal Schwierigkeiten haben, den Patienten zu untersuchen und zu behandeln. Aber ich werde mit dem Hausarchitekten sprechen – sollte ein Umbau anstehen.“

(An dieser Stelle wuchs meine Nase wie bei Pinocchio.)

 


 

„Was machen sie denn da?!“

„Ich schreibe ein EKG!“

„Ja – muss das so nass sein?“

„Äh – ja . Das ist das Kontaktspray. Sonst halten die Saugelektronen nicht!“

„Sie wischen ja meine Heilrunen ab!“

„Ach  – diese Striche sind Heilrunen?“

„Ja – und sie wischen sie ab. Kein Wunder, wenn ich eine Lungenentzündung bekommen!“

„Was heißt bekommen? Sie haben eine!“

“ Und jetzt wischen sie noch meinen Runen ab. Oh mein Gott! Jetzt wird es übel. Sehr übel! Und sie sind schuld!“


 

 

 

 

Freunde – das war ein kleine Auswahl an Menschen mit dem starken Glauben an alternativen Heilmethoden.

Es kann jeder glauben was er möchte. Wer heilt hat Recht, heißt es immer. Schließlich gibt es ja nichts zwischen Himmel und Erde undsoweiterundsofort.

Das gilt es zu respektieren und tief durchzuatmen. Bei manchen Geschichten ganz besonderes tief. Also bis ins Becken oder so. Ach was- bis zu den Füßen, an denen das Detoxpflaster klebt.

 

Manches ist so komisch, skurril und traurig, bis die Menschen weitere Hilfe in Anspruch nehmen. Bei machen fragt man sich schon, wie sie darauf kommen, ausgerechnet in einer Notaufnahme Heil und Erlösung zu finden. Aber gut. Wenn die Not am höchsten…

…dann kommen sie zu uns. Irgendwann.

Mit ohne Gedöns.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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